Donnerstag, 4. November 2010

"Darf man das?"

Ich bin mal wieder hier, dieses Mal mit einer moralischen Frage, die diese Tage bei uns im Büro auftauchte: „Darf man das?“


Es kam zu dieser Frage – die unsere Belegschaft in zwei Lager spaltete – weil ich mich in einem Geschäft in der Stadt beraten ließ und dann die Ware nicht in dem Geschäft gekauft, sondern im Internet bestellt habe. Nun ist es so, dass ich dafür natürlich meine Gründe hatte. Die Beratung wäre nämlich gar nicht wirklich nötig gewesen, ich wollte lediglich das Gerät, über das ich mich schon kundig gemacht hatte noch in „live“ sehen und da stand auch schon ein netter Verkäufer neben mir. Er hat mir im Endeffekt alles bestätigt, was ich schon wusste und war sehr nett und fachlich gut. Jedoch hat er einen kleinen Fehler gemacht und sich zwischendrin mit anderen Kunden beschäftigt. Dies kam mir natürlich entgegen – schließlich hatte ich nicht die Absicht, für das Gerät um 300,- € mehr zu bezahlen als im Internet. Ich machte mich also aus dem Staub und habe damit dem Verkäufer Aufwand beschert, ohne die ehrliche Absicht gehabt zu haben, ihm etwas abzukaufen.

Moralisch ist dies natürlich eine Gratwanderung – und wenn ich ehrlich bin, habe ich mir sogar kurz überlegt, dem netten Verkäufer zuliebe die Ware direkt zu kaufen. Aber 300,- € sind kein Pappenstil!


Wir kamen dann auf die Frage, ob Läden, die auf moralischen Grundlagen basieren, überhaupt funktionieren können. Bestes Beispiel ist meiner Ansicht nach hier immer noch das Konzept der „Blumen selber schneiden“-Felder. Da gibt es irgendwo im Nirgendwo ein Feld mit einer Kasse und man kann sich Blumen selbst abschneiden. Neben der Kasse hängt eine Preisliste – die meiner Meinung nach mit sehr teuren Preisen ansetzt. Dennoch, ich bin bisher erst 1x ohne Bezahlen gegangen und habe dafür beim nächsten Mal mehr Geld reingeworfen als nötig gewesen wäre. Da zieht das schlechte Gewissen!

Aber wie ist das nun mit Internetbestellungen? Könnte man nicht auch sagen, dass Geschäfte, wie man sie bisher kannte, aussterben? Dass mein Verhalten nur das Verhalten von vielen spiegelt und sozusagen die „Evolution der Wirtschaft“ auch darin besteht, dass der Einzelhandel - so wie wir ihn bisher kennen - sich (zumindest in einigen Branchen) verändern muss, oder eben ausstirbt? Dass man eben nur noch zum beraten und ansehen ins Geschäft geht und dann im Internet bestellt?

Oder hätte einfach nur der Verkäufer „dran bleiben“ müssen? Hätte es etwas genutzt, wenn er mir gesagt hätte „Wenn Sie das Gerät kaufen, ist es zwar etwas teurer als im Internet, aber dafür ist die Lieferung kostenlos und Sie haben verlängerte Garantie“? Vielleicht…

Hinterher kann man immer nur Vermutungen anstellen.

Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass ich den Verkäufer das nächste Mal zumindest mit der Preisdifferenz konfrontieren werde. Vielleicht ist er dann ja so schlau – falls er berechtigt dazu ist – mich mit einem kreativen Verkaufsargument zu knacken. Zumindest die Chance dazu bekommt er! :)

Liebe Grüße
Verena

Freitag, 15. Oktober 2010

Von Schwabenstreichen und anderen Medienmärchen

Wenn wir diese Tage an Stuttgart denken, dann ist es nicht die Hauptstadt der „Spätzlesesser“ und „Maultaschenschlotzer“, die Kehrwoche oder die sprichwörtliche Sparsamkeit unserer Freunde aus dem Ländle, was wir bildlich vor Augen haben. Stattdessen tauchen in unseren Köpfen Nachrichtenbilder oder Videoszenen auf, auf denen Jugendliche sich an Bäume ketten und Polizisten so hart durchgreifen wie wir es zuvor selten gesehen haben wenn es um Stadtpolitik oder Naturschutz ging.

Ein Thema, das Tausende auf die Straße bringt und in den Medien ein deutliches Bild zeichnet: die Gegner von Stuttgart 21, die Schüler, die von der Polizei mit Tränengas aus dem Schlosspark vertrieben wurden, und die vielen Umweltaktivisten aus zahlreichen verschiedenen Umweltschutzorganisationen, das sind die Guten. Um nicht zu sagen: die Gutmenschen unserer Zeit. Endlich engagieren sich mal wieder nicht nur ein paar Einzelne gegen „die da oben“. Und sogar unsere politikverdrossene Jugend wird mobil.

Die Berichterstattung ist so intensiv, dass man als Späteinsteiger eine ganze Reihe neuer Vokabeln lernen muss: S21, K21, Schwabenstreich, der „schwarze Donnerstag“, transparente Demokratie, Berufsdemonstranten usw.
Zweihundertzwanzig Kilometer entfernt, im Büro von Strasser & Strasser in München, betrachten wir diese mediale Aufmerksamkeit aus einem anderen Blickwinkel. Uns fällt auf, wie einseitig die Berichterstattung ist, die da gleichzeitig zur breiten Meinungsbildung in der Bevölkerung zu führen scheint. Und wir suchen nach der anderen Seite. Zur unserer Überraschung kann man diese zumindest auf aktive Suche hin genauso leicht finden. Richtig spannend wird es aber, wenn man sich mal in DEM sozialen Medium schlechthin umschaut: Facebook. Fast 120.000 Mitglieder haben dort im Social Network die Gruppen, die sich für Stuttgart 21 stark machen. Und das, während die Gegner nur ca. 80.000 Mitglieder zusammenbringen. Medienwissenschaftlich ebenso interessant: die Entwicklung der Twitter-Tweets zu „S21“. Eine Auswertung der Zahlen, dargestellt in einer Kurve, zeigt einen exponentiellen Anstieg der Kurve nach dem 30. September, dem „Tag der Eskalation“. Von vorher ca. 200 Tweets am Tag stieg die Anzahl um das Zwanzigfache auf 4000 täglich! Hier allerdings wurde nicht ausgewertet ob die Gegner oder die Befürworter eifriger twitterten. Während jedenfalls bei den Studentenprotesten 2009 Twitter noch kaum genutzt wurde, ist Twitter jetzt klar eine Plattform für die Auseinandersetzung der Gegner und Befürworter und zugleich Medium für die schnelle Verbreitung wichtiger Neuigkeiten selbst während laufenden Protestaktionen.

Für uns als Change Manager und Kommunikationsexperten geht es jedenfalls bei „Stuttgart 21“ nicht um die Frage des dafür oder dagegen. Für uns ist Stuttgart 21 auch mehr als ein Beispiel für den Diskurs um Politikverdrossenheit, Entscheidungen, die auf der Straße getroffen werden oder der Infragestellung unseres Demokratieverständnisses. Für uns ist Stuttgart 21 ein Beispiel für Kommunikationspolitik in den einschlägigen Medien und damit für gesteuerte Meinungsbildung. Einerseits. Andererseits: erleben wir auch, wie weit unsere Gesellschaft bereits in der Web 2.0-Welt angekommen ist! Ist das nun „echte Partizipation"?

LG
Diana

Montag, 4. Oktober 2010

Film ohne Gewissen

Vor wenigen Tagen habe ich - trotz Wiesnzeit - Dirndl gegen Jeans eingetauscht und bin mit meinem Freund ganz klassisch ins Kino. „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ stand auf unserem Samstag-Abend-Programm. Ein Film über genau den Film, der während des Dritten Reichs von den Nationalsozialisten als Propagandainstrument eingesetzt wurde, um den Hass gegen die jüdische Rasse in der Bevölkerung zu schüren.
Um was es in diesem Film ganz genau geht – darum geht es Regisseur Oskar Röhler nicht. Ja, im Mittelpunkt steht ein Jude, der im 18. Jahrhundert Verfassungsbruch begannen hat, dem persönliche Bereicherung und Vergewaltigung einer Arierin vorgeworfen wurde und der am Ende des Films aufgehängt wird. Mehr muss der Zuschauer nicht wissen, mehr erfährt er auch nicht. Röhler richtet die Scheinwerfer auf einen ganz anderen Aspekt, der bisweilen – zumindest im deutschen Film – oft vernachlässigt wird: Auf den Täter, auf seine Gedankenwelt, seine ambivalente Haltung zu Recht und Unrecht, auf die Liebe zu seinem Beruf, der er erliegt, und auf die Liebe zu seiner Frau, die dahinter wortwörtlich verschwindet.
Der „Täter“, das ist der mittelmäßige österreichische Schauspieler Ferdinand Marian, der von Joseph Goebbels die Hauptrolle des „Jud Süß“ angeboten bekommt, der sie nach einigen durchwachten Nächten übernimmt und dessen Leben sich dadurch radikal verändert. Marian, der im eigenen Gartenhaus einem Juden Zuflucht vor der SS gewährt, wird zeitgleich zum Protagonisten und zur Symbolfigur der Propagandamaschinerie der Nationalsozialisten. Mit allen Konsequenzen.
Der Film regt zum Nachdenken an – wenn man es schafft, die Inhalte auf sich wirken zu lassen und nicht den Ablenkungen zu erliegen, die entstehen, wenn sich ein Regisseur zu sehr ins Detail verliebt. Dann entstehen Einsichten in Gedankengänge von Menschen, die zu schwach, zu naiv und vielleicht auch zu selbstbezogen waren, um dem NS-Regime die Stirn zu bieten. Dann stellt man sich während und nach dem Film die Frage, ob man selbst Karriere und auch Sicherheit an den Nagel gehängt hätte, um seine Moral zu schützen und sich vor eine Minderheit zu stellen. Und diese Frage stellt man sich, ohne dabei das eigene Unrechtsbewusstsein in Frage zu stellen – das macht die Diskussion nach dem Film erst spannend und wertvoll. Mir und meinem Freund war und ist natürlich klar, was man EIGENTLICH hätte tun müssen – aber ob wir TATSÄCHLICH so und nicht anders gehandelt hätten, das bleibt wie so oft offen. Was nach dem Film bleibt, ist dennoch ein Stück gewachsenes Verständnis für den vermeintlichen Täter, für seine Situation und sein Dilemma – ohne, dass der Protagonist dabei zum tragischen Helden ernannt wird. Und genau das finde ich das eigentlich Besondere an „Jud Süß – Film ohne Gewissen“: Der Versuch des Regisseurs, die Person des Marians, des Mit-Täters und Mit-Läufers, zum Gegenstand zu machen. Und nicht die Opfer, wie in so manch anderen Filmen.
Ein Wagnis – so schien das auch der Regisseur zu sehen. Schließlich will man sich ja gerade in Deutschland politisch korrekt verhalten, besonders in Zeiten, in denen das deutsche Kino im Ausland so angesehen ist wie nie zuvor. Und so überlädt Röhler den Film mit zu vielen Klischees, Nebenhandlungen und erfundenen Details – aus meiner Sicht, um dem Zuschauer das Gefühl zu geben, dass die Filmemacher schon wissen, wo Recht und Wahrheit liegen. Der junge aufstrebende Nazi mit kurzgeschorenen Haaren, hervorstehendem Kinn und energischer Stimme, das kleine Mädchen, dass in der Schule ein Anti-Juden-Gedicht lernen musste und Vater und Mutter dabei maßlos entsetzt, die im KZ ermordete Gattin Marians, deren Amulett auf wundersame Weise nach Kriegsende zum Ehemann findet. Das war aus meiner Sicht „over the top“ und hat den Gesamteindruck eher reduziert als bereichert, ebenso wie ein Moritz Bleibtreu in der Rolle des Goebbels – insgesamt gut gemeint, aber auch einfach „zu viel des Guten“.
Selber sehen, selber Gedanken machen, selber darüber reden. Mit sich, dem Nachbarn oder dem Partner. Denn wenn Veränderung entstehen kann, dann nicht auf der Leinwand – sondern in unseren Köpfen.

Stefanie

Freitag, 24. September 2010

Berg und Tal

In München ist „Wiesn“, also Oktoberfest. Darüber hat unsere Verena ja schon letzte Woche berichtet. Dass die Wiesn aber auch nach dem Anstich unseren Arbeitsalltag in München bestimmt, darüber lässt sich nicht hinwegsehen.

Münchens fünfte Jahreszeit steht neben grenzenlosem Bierkonsum, Trachtenmode und Besucherrekorden auch jedes Jahr wieder für zumindest ein paar Stunden Altweibersommer. Da kann man nochmal gemütlich mit Freunden außerhalb der Bierzelte in der Sonne sitzen und die letzten UV-Strahlen tanken bevor der Herbst kommt. Und auch wenn diese Sonnenstunden an einem windgeschützten Plätzchen im Biergarten nochmal richtig warm sind, wissen gerade wir Dirndl-tragenden Frauen, wie kalt der Weg nach Hause nach Sonnenuntergang in diesen Septembertagen schon sein kann.

„Berg und Tal“ heißt eines der traditionellen Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest. Und ein bisschen erleben wir Münchener die Wiesn-Zeit auch als Berg-und Talfahrt. Wochenlang freuen wir uns auf ausgelassene Stimmung, gebrannte Mandeln und das Tragen des neu erstandenen Wiesn-Accessoires. Andererseits beschweren wir uns dann über die Zahl der Touristen, die unsere Stadt überfallen, die vollen U- und S-Bahnen und den Geruch von „Bier in Kleidung“ den die Wiesn-Heimgänger mit sich ziehen.

Diese Woche waren wir seit langer Zeit zum ersten Mal wieder mit einem Stand auf einer Messe vertreten, der Personalmesse München. Auch hier haben wir eine Berg- und Talfahrt erlebt: als Messeneuling erlebt man schon mit den Vorbereitungen einige Aufregung und wenn dann am Tag t-1 (der Tag vor der Messe) Plakate geliefert werden, die einen zunächst ratlos hinsichtlich ihrer Anbringung machen und von denen man dann feststellt, dass sie nicht der gewünschten Größe entsprechen, ist die Achterbahnfahrt der Gefühle perfekt.

Die Messe selbst hat unsere Berg- und Talfahrt fortgesetzt. So waren wir einerseits begeistert von der Qualität der Gespräche, die wir führen und der Kontakte die wir knüpfen konnten, andererseits waren wir in der Planung von einer deutlich höheren Besucherzahl ausgegangen. Eine Talfahrt. Absolutes Gipfelerlebnis jedoch: unser Vortrag über Change Management und unsere „8 Hebel der Veränderung®“ war so gut besucht, dass wir direkt im Anschluss regelrecht überrannt wurden. Am Nachmittag jedoch wurde die Messe voll und ganz von Oktoberfest und Altweibersommer-Sonne „überschattet“: Ab 15 Uhr kämpften wir unter Neonlicht in der Messehalle mit den anderen Ausstellern um die wenigen noch verbleibenden Messebesucher. Bei weiß-blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein, Temperaturen über 20 Grad und Oktoberfest in der Stadt irgendwie kein Wunder. Da half auch nicht, dass einer der anderen Aussteller seinen Stand als Biergarten gestaltet hatte und in Tracht auftrat: die Besucher zog es raus! So endete ein für uns spannender, da in dieser Besetzung unseres Strasser & Strasser Teams erstmaliger, Messeauftritt mit einer Talfahrt. Im Gepäck haben wir gute Erfahrungen und mehr Know-how für unsere nächste Messe - und für die freuen wir uns auf neue Gipfelerlebnisse!

Freitag, 17. September 2010

Projektmanagement - im Großen und im Kleinen

Es ist wieder so weit – der Anstich wird dieses Wochenende vorgenommen und München befindet sich im Ausnahmezustand. Was für den Köllner der Karneval ist, ist für den Münchner die Wiesn...

Ist das wirklich so? Also ich für meinen Teil freue mich einerseits darauf, mit meinem Freund über die Wiesn zu schlendern, mir einen Steckerlfisch bei der Fischer-Vroni zu holen und eine Mass Bier zu trinken. Andererseits, wenn ich dann daran denke, dass ich ab sofort für zwei Wochen wieder mit angetrunkenen Menschen, bei denen man teilweise vermuten muss, dass das Elternhaus nicht wirklich gut war, um S-Bahnplätze kämpfen werde, graut mir schon. Überhaupt ist die Wiesn mittlerweile zu einer Veranstaltung geworden, die mit einem gemütlichen Fest nichts mehr gemein hat.

Als sie zum ersten Mal stattfand (17.10.1810, anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und der Prinzessin Therese) waren sicher nicht so viele Besucher dort. Damals wurde auf einer Wiese vor den Stadtmauern Münchens ein Pferderennen veranstaltet – diese Wiese heißt seitdem Theresienwiese. Das Fest an sich hat sich stetig weiterentwickelt und vor allem vergrößert und ist zu einer Massenveranstaltung geworden. Heuer feiert sie ihr 200 jähriges Jubiläum und es werden sicher wieder an die 6 Millionen Besucher kommen, wahrscheinlich sogar mehr.

Riesige Zelte, Fahrgeschäfte und Marktstände wurden aufgebaut. 12.000 Menschen arbeiten mit, um das Fest zu dem werden zu lassen, was es eben ist: das größte Volksfest der Welt!

Dieses Jahr – nach der Tragödie bei der Loveparade wird der ein oder andere mit einem mulmigen Gefühl die U-Bahn zur Wiesn betreten. Und auch nach den Anschlags-Drohungen im letzten Jahr, wurde laut Berichten der Sueddeutschen Zeitung noch viel an dem Sicherheitskonzept getan. Welche Glanzleistung, im Sinne von Projektplanung, hinter so einer Veranstaltung steckt, ist grandios. Doch wenn man sich die Koordination und Absicherung überlegt stößt man schnell an die Grenzen des vorstellbaren. Wie mag ein Projektablaufplan aussehen, der so etwas regelt? Wie dick mag die Akte sein, in der alle möglichen Verantwortlichkeiten und Genehmigungen enthält?

Ich musste letztes Mal daran denken als meine Kolleginnen den Projektplan für unseren Messeauftritt erstellt haben. Da geht es über den Einsatzplan, die Planung der Ausstattung, die Erstellung der Materialien, die Bereitstellung der Technik und noch so Vieles mehr und das schon bei einer vergleichsweise kleinen Veranstaltung!

Ob im Großen oder im Kleinen – der Hebel acht (stringentes Projektmanagement) unserer 8 Hebel der Veränderung® ist mit das Wichtigste, um eine Veranstaltung erfolgreich zu konzipieren – nicht nur in Veränderungsprojekten!
Meilensteine, die allen beteiligten Personen bekannt sind und stetiges Verfolgen des Umsetzungsprozesses gehören zu den Erfolgsfaktoren. Zeitpläne, Listen für Verantwortlichkeiten und Zwischenergebnisse zu den Arbeitsmitteln. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, melden Sie sich doch bei uns!

Ich drücke jedenfalls die Daumen – für die Wiesn 2010 und natürlich auch für unseren Auftritt auf der Personalmesse am 21.09.2010 in München!

LG
Verena

Freitag, 10. September 2010

Was braucht es zum Glück? Erst mal 60.000€ netto... und dann??

„Geld macht glücklich - aber nur bis zu einem bestimmten Punkt: Die persönlich empfundene Lebensqualität steigt lediglich bis zu einem Jahresnettoeinkommen von knapp 60.000 Euro, haben US-Forscher herausgefunden. Wer mehr hat, empfindet demnach weder mehr Glück noch weniger Stress.“ Das belegen die Ergebnisse einer Studie der US-Universität Princeton. Eine mögliche Begründung könnte dabei sein, dass ab
60.000 Euro Menschen nicht mehr das tun können, was für das emotionale Wohlbefinden am meisten zählt: die Freizeit mit der Familie und Freunden verbringen, Stress und Krankheit vermeiden oder freie Zeit nur für sich haben. Mehr zum Artikel bei Spiegel Online

Umso wichtiger ist es demnach für ultimatives Glück, sich immer wieder zu fragen: Trägt das, was ich täglich tue und wofür ich meine Energie investiere, zu meinem Glück bei? Was einen konkret glücklich macht, entscheidet letztlich die eigene Motivstruktur. Bei dem einen ist eher Geld, bei dem anderen ist es die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung oder die Chance mit interessanten Menschen zusammenzuarbeiten. Wer es schafft, ein Gleichgewicht zwischen der Aufgabe und den eigenen Kompetenzen zu schaffen, der vermeidet auf der einen Seite Langeweile und auf der anderen Seite Überforderung und Angst. Wer diesen schmalen Grad an optimaler Herausforderung für sich findet, wird einen Zustand der Selbstvergessenheit, der optimalen Motivation und des maximalen Glücks erreichen. Psychologen nennen diesen Zustand „Flow“ (siehe „Flow - Das Geheimnis des Glücks“ von Mihaly Csikszentmihalyi). Manche Ärzte z.B. berichten davon, während einer anspruchsvollen Operation hoch konzentriert und motiviert gewesen zu sein, sodass sie sogar vergessen haben etwas zu trinken. Diesen „beruflichen Orgasmus“ haben nicht alle. Viele machen Dienst nach Vorschrift, siehe dazu auch die Gallup Studie zur Mitarbeiterbindung: Die Mehrheit deutscher Arbeitnehmer (66%) engagiert sich nicht über das geforderte Maß hinaus. Viele müssen sich ihren „Kick“ privat holen, z.B. beim Bergsteigen. Wenn „der Berg ruft“, nehmen passionierte Bergsteiger die größten körperlichen Strapazen auf sich, um am Gipfel den „Flow“-Zustand genießen zu können.

Ob es die magischen 60.000 Euro netto oder selbstvergessene Flowerlebnisse sind, die einen glücklich machen, das muss jeder selbst entscheiden. Eines ist aber sicher: Nur gut zu wissen, dass diese beiden Herrschaften wahrscheinlich auch nicht viel glücklicher sind als der Durchschnittsmensch: weiter

Donnerstag, 2. September 2010

Change total: Das neue Handy

Seit 2 Tagen fühle ich mich wie die Protagonistin von „Sex and the City“, Carrie Bradshaw, als sie von Big vor dem Altar stehen gelassen wurde. Miranda reichte ihr damals ein Smartphone – ja, genau, so ein Ding mit „Touchscreen“, also ohne echte Tasten – und Carrie war einfach nur lost und herrschte mit der Stimme einer versetzten Braut ihre Freundin an: „Ich weiß nicht, wie das funktioniert.“
Und das ist genau mein Satz. Seit zwei Tagen. Seit dem Tag, an dem ich das wunderschöne weiße Sony Ericsson XPERIA besitze. Eine SMS zu schreiben dauert statt Sekunden Minuten, wenn eine ankommt ertönt eine Fanfare und wenn ich einen Anruf tätigen will, muss ich die Tasten erst mal in irgendeinem Menüpunkt suchen. Ich fühle mich ein bisschen wie meine Mutter, wenn sie mir von ihrem Handy erzählt – das allerdings noch aus der Steinzeit ist, es fehlt nur noch die Wählscheibe.

Da das so nicht weiter gehen kann, habe ich beschlossen, eine persönliche Change-Offensive zu starten. Schließlich sollte ich nach drei Jahren Berufserfahrung Expertin in diesem Gebiet sein. Als Erstes habe ich mit unserem Hebel Nummer 7 begonnen, „Konsequenzen bei Misserfolgen“. Ein Anruf bei O2 bestätigte mir, dass ich das Handy 14 Tage testen könnte und dann immer noch das Umtauschrecht in Anspruch nehmen kann, sollte ich total an dieser Technik scheitern: „Auf Grund Ihres Umsatzes sind Sie Premium-Kundin, das ist gar kein Problem.“ (andere Baustelle). Dadurch fühlte ich mich nicht mehr total an die weiße Schönheit „ausgeliefert“, ganz im Sinne von „echter Partizipation“ bekam ich relevante Informationen, die mir Kontrolle einräumten.
Danach googelte ich nach Erfahrungsberichten. Insgesamt berichten die meisten Käufer, dass sie sehr gut mit dem Sony zurecht kämen und dass das Handy eine echte Alternative zum iphone sei. Schön, „Rollenvorbilder“ kann ich jetzt wirklich brauchen. Beim googeln stieß ich noch auf die Information, dass Ende September ein Update verfügbar ist, dass das Handy irgendwie noch besser macht und auf das schon alle Besitzer warten. Ich kapiere den technischen Teil der Infos zwar überhaupt nicht, dennoch klingt es, als verfolge Sony ein „stringentes Projektmanagement“ und investiert dabei in die Weiterentwicklung des Handys – kann dann ja so schlecht nicht sein.

Woran muss ich noch arbeiten? Für die nächsten 14 Tage habe ich mir vorgenommen, mir noch mal „klare Ziele und Erwartungen“ zu stecken, die ich mit meinem Handy verfolge. Bisher – zugegeben – habe ich mich doch sehr von dem schicken Äußeren leiten lassen. Im Zuge dieser Überlegungen werde ich mich mit einem Bekannten zusammen setzen, der mir „klar und glaubhaft“ vermitteln wird, wo genau Vor- und Nachteile von Smartphones sind (und der hauptberuflich NICHTS mit Handys zu tun hat, geht ja um Glaubwürdigkeit). Sollte ich mich dann immer noch für ein Smartphone entscheiden, werde ich leider nicht darum herum kommen, mich mit der Technik auseinander zu setzen und einfach zu LERNEN, mit diesem Ding umzugehen – ganz im Sinne von „Anpassung von Strukturen, Prozessen und Wissen“.

Das Schöne kommt dann zum Schluss: Die "Belohnung des Erfolgs"! Und die stelle ich mir so vor: Ich sitze im Tambosi an der Leopoldstraße, genieße die warme Herbstsonne, trinke einen Kaffee, mein Handy klingelt, ich nehme ganz entspannt den Anruf entgegen - und freue mich über die bewundernden Blicke der älteren Tischnachbarn, die sich immer noch fragen, wie man mit so einem Ding überhaupt telefonieren kann.

Liebe Grüße
Stefanie