Es trifft meist die Besten: Burnout! Ehrgeizige Leistungsträger fordern sich und ihre Mitarbeiter bis ans Limit. Leider oft auch darüber hinaus. Der Trend ist eindeutig: Aktuelle Statistiken der Krankenkassen zeigen, dass immer mehr Menschen an psychischen Erkrankungen leiden.
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Führungskräften kommt deshalb immer mehr die Aufgabe zu, den Belastungsgrad für sich und Ihre Mitarbeiter erkennen und richtig steuern zu können. Permanenter Stress und Dauerbelastung ohne Entlastung führt früher oder später in die seelische Krise.
Diese Herausforderung thematisieren wir immer wieder in unseren Trainings. Auffallend dabei ist, dass Führungskräfte und Personalmanager kaum auf diese neue Aufgabe vorbereitet werden. Im Gegenteil, sie fühlen sich äußerst unsicher mit dieser Entwicklung. Einige unserer Kunden haben dieses Thema deshalb proaktiv für dieses Jahr in Angriff genommen: Führungskräfte darin schulen, Menschen in seelischen Krisen zu führen. Und davor die Personalexperten darin fit machen, kompetenter Ansprechpartner für sie zu sein und folgende Fragen beantworten zu können: Was kann ich tun, wenn die Belastung in meinem Team dauerhaft steigt? Wie erkenne ich, wenn es zu viel wird? Wie muss ich mit Mitarbeitern umgehen, die in einer Krise sind oder erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung zeigen? An wen kann ich mich wenden? Diese Fragen und viele mehr beschäftigen Führungskräfte in der Regel.
Konkrete Tipps gegen Burnout:
Was können Unternehmen tun?
• Berufseinsteiger und neue Mitarbeiter sorgfältig einarbeiten, damit nicht das Gefühl von Überforderung aufkommt.
• Falsche Arbeitsbelastung vermeiden, indem Beschäftigte in die Arbeitsplanung miteinbezogen werden. Sie sollen weder überfordert noch unterfordert sein.
• Zu viele Überstunden vermeiden. Nach zehn Stunden Arbeit ist ein Mensch kaum noch produktiv.
• Führungskräfte sorgfältig auf ihre Aufgaben vorbereiten. Sie sollen Ziele bestimmen, diese klar formulieren und auf die Einhaltung im Team achten. Zugleich soll aber nicht das Gefühl extremer Kontrolle entstehen.
• Mitarbeitern für gute Arbeit Lob und Anerkennung zollen und dies auch kommunizieren. Auch Kritik ist wichtig. Das Feedback sollte jedoch konstruktiv formuliert werden.
Was können Sie selbst tun?
• Den eigenen Perfektionismus kritisch überdenken und sich Leistungsgrenzen ehrlich eingestehen.
• Unrealistischen Erwartungen von Vorgesetzten ein Nein entgegensetzen.
• Überlegen, welche Aufgaben delegiert werden können.
• Auf geregelte Essenszeiten und Pausen achten, um wieder Energie zu sammeln.
• Freizeitpläne und Unternehmungen mit Familie und Freunden nicht ständig verschieben. Sie sollten als Ausgleich zur Arbeit fest eingeplant werden. Allerdings sollte auch nicht Freizeitstress daraus werden.
Quelle: TÜV Süd
Dienstag, 25. Januar 2011
Freitag, 14. Januar 2011
Mein guter Vorsatz fürs neue Jahr
Wenn man älter und erwachsener wird, sieht man viele Dinge klarer. Man reagiert nicht mehr so emotional und ganz ehrlich, Vorkommnisse, die bei mir persönlich mit 16 Jahren noch an eine Tragödie grenzten, bringen heute lediglich ein müdes Lächeln auf meine Lippen. Es ist gut, dass man sich verändert, weiterentwickelt und an den persönlichen Erfahrungen wächst. Und es ist gut, das eigene Leben ab und an zu reflektieren, um genau diese Entwicklung festzustellen. Wenn ich darauf vertraue, dass momentan gefühlte Tragödien in 20 Jahren lediglich ein müdes Lächeln auf meine Lippen bringen, habe ich das Vertrauen, mich allen Herausforderungen die da kommen wollen zu stellen – und daran zu wachsen. Gelassener und resilienter zu werden.
Mein guter Vorsatz für das neue Jahr lautet also: >>Es gibt keine Tragödien – nur Herausforderungen, also Chancen um zu wachsen und mich zu entwickeln.<<
Mittwoch, 15. Dezember 2010
Der Blick zurück
Menschen, Bilder, Emotionen… schalten wir in diesen Tagen unseren Fernseher an, kommen wir um eines auf keinen Fall herum: Den Jahresrückblick 2010, das traditionelle Sendeformat, in dem neue Helden verehrt (Sebastian Vettel), vermeintliche Helden verlacht (Daniela Katzenberger) und alte Helden verabschiedet werden (Michael Schumacher).
Und um noch etwas kommen wir nicht herum, wollen wir uns ernsthaft mit dieser Jahreszeit beschäftigen – und dies nicht RTL & Co. überlassen: Um unseren ganz persönlichen Blick auf das Jahr 2010. Einer ehrlichen Evaluation unserer Erfolge und genützten Gelegenheiten - aber auch unserer Niederlagen und verpassten Chancen. Einer Bestandsaufnahme, in der wir einmal den großen Helden spielen dürfen, aber vielleicht auch mal die Rolle des gefallenen Engels annehmen müssen. Das ist nicht nur Spaß, Silvesterlaune und Partystimmung. Das ist Arbeit.
Als „Zeit der Stille“ bieten die Tage zwischen den Jahren eine gute Gelegenheit, sich selbst (wieder) kennen zu lernen, seine Ziele auf den Prüfstand zu stellen und dabei bewusst den zurück gelegten Weg zu reflektieren. Vergleichen wir diesen Rückblick doch mal mit dem täglichen Blick in den Spiegel. Fast jeden Tag blickt uns ein anderer Mensch entgegen. Mal mögen wir ihn, mal strengt er uns an. Und trotzdem halten wir den Blick aus und gehen dabei mit uns selbst auf Tuchfühlung – wir lernen, was wir im Leben wirklich brauchen. Und was nicht!
Wie viel mehr könnten wir über uns und unser Leben erfahren, wenn wir in diesen Tagen eine gedankliche „Abschlussarbeit 2010“ verfassten? Sicher sind wir neben unseren Erfolgen auch das ein oder andere Mal gescheitert, vielleicht sogar so richtig auf die Nase gefallen. Und es ist anstrengend, sich mit diesen Gründen und Konsequenzen auseinander zu setzen und daraus Lehren zu ziehen. Und doch notwendig: „Wenn Du weißt, dass Du einen Fehler begangen hast und ihn nicht verbesserst, dann war dies wirklich ein Fehler." (Konfuzius)
Eines muss der Forscher in uns allerdings beachten: Der Jahreswechsel ist immer die Zeit, auch ein zweites Mal Erntedankfest zu feiern. Schließlich sind wir genau bis dahin gekommen, wo wir jetzt stehen. Es ist immer weiter gegangen. Allein das ist schon den Blick zurück wert.
Ihre Dr. Eva Strasser & Team
Freitag, 10. Dezember 2010
GLÜCK
„Schöne Weihnachten und viel Glück im neuen Jahr!“
Diesen oder ähnliche Sätze werden wir in den nächsten Tagen wieder in Weihnachtskarten und Emails an Freunde, Geschäftspartner und die Familie schreiben.
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| Bildquelle: Wikipedia |
Von der Zeitschrift brandeins erschien bereits 2008 eine tolle Ausgabe mit dem Titelthema Glück und ich möchte Sie heute auf einen Artikel aufmerksam machen, der in dieser Ausgabe erschien: Viel Spaß beim Lesen!
Ich wünsche allen Lesern eine schöne Weihnachtszeit und viel Glück und Erfolg fürs Jahr 2011!
Liebe Grüße
Verena
Donnerstag, 2. Dezember 2010
„Der Titan“ und die Resilienz
Doch Oliver Kahn gehört zu den Menschen, die nicht aufgeben. Wie es scheint, passt der Spruch „Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter“ ganz gut auf ihn. Er selbst hat einmal folgendes gesagt: "Ich habe eines in meinen 25 Jahren Profi-Sportlaufbahn gelernt: Krisen sind dazu da, dass man über sich hinaus wächst. Krisen fordern uns heraus. Was wir aber niemals zulassen dürfen, ist, dass uns die Krise besiegt, dass uns die Krise nicht nur auf die Knie zwingt - sondern dass wir auf den Knien bleiben. Es geht immer wieder darum, wieder aufzustehen und weiterzugehen. Einfach: Weitermachen, immer weitermachen!"
Unsere eigene Resilienz, unsere mentale Fitness ist der Schlüssel um ebenso souverän mit Niederlagen und Krisen umzugehen wie Oliver Kahn. Diese Fähigkeit ist nicht einfach da – sie kann jedoch bei jedem Menschen trainiert werden. Wir haben unsere Produktlinie fit2change® ins Leben gerufen, unter der wir viele Trainings zu dem Thema zusammengestellt haben. Lernen Sie Herausforderungen stets positiv einzuschätzen! Mehr dazu
Liebe Grüße
Verena
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| Bildquelle Wikipedia |
„OOOOOLI – OOOOOLI – OOOOOLI“ so tönte es viele Jahre durch die Stadien, wenn Oliver Kahn das Spielfeld betrat. Nicht nur beim FC Bayern, sondern in ganz Deutschland war er der erfolgreichste Torhüter ever. Sogar zum Welt-Torhüter wurde er mehrmals gewählt!
Im Sommer 2008 beendete Oliver Kahn seine Karriere. Eine gute Gelegenheit, auch einmal zurück zu blicken, zu reflektieren. Hat ein „Höhenflieger“ wie „der Titan“ auch Niederlagen erleben und Krisen bewältigen müssen?
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| Bildquelle: Wikipedia |
Laut seiner Aussage gab es davon gar nicht wenige. Schon der Start seiner Laufbahn verlief nicht ohne Hürden: Mit 15 Jahren flog er aus der Kreisauswahl in Karlsruhe, weil er für zu klein und körperlich zu schwach eingeschätzt wurde. Ein Jahr später wurde er versetzt, weil man ein Ausnahme-Talent aus Stuttgart nach Karlsruhe geholt hatte. Was müssen das für Stolpersteine für ihn gewesen sein! Aus meiner Sicht gibt es jede Menge Menschen, die nachdem ihnen solch unüberwindbaren Hürden in den Weg gestellt wurden, nicht mehr weitergelaufen wären. Auch das erste Jahr beim FC Bayern verlief alles andere als positiv und war überschattet von einem Kreuzbandriss, der Oliver Kahn fast die ganze Saison außer Gefecht setzte. Doch er hat sich trotzdem nicht unterkriegen lassen, sondern er hat weitergemacht. Oder wer erinnert sich nicht mehr an das Champions League-Finale 1999 gegen Manchester United? Der FC Bayern führt 1:0… und in der Nachspielzeit kassiert Oliver Kahn innerhalb von 60 Sekunden zwei Gegentore. Es gibt Karrieren, die wären an solchen Niederlagen kaputt gegangen.
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| Bildquelle: Wikipedia |
Klasse! Ich danke Oliver Kahn für diese Aussage!
Liebe Grüße
Verena
Freitag, 26. November 2010
Sind wir nicht alle ein bisschen Gaudí?
Für Euch gelesen - und für "lesenswert" befunden!
Das Buch:
Jens-Uwe Meyer, Das Edison-Prinzip - Der genial einfache Weg zu erfolgreichen Ideen, Campus Verlag, Frankfurt/Main
Meine Meinung dazu:
Nach der Lektüre von knapp 200 Seiten hatte ich die Antwort auf eine Frage, die ich mir noch nie zuvor gestellt hatte: „Warum ist aus mir (noch) kein Erfinder geworden?“ Der Autor Jens-Uwe Meyer stellt Kreativität (leider) nicht als Disposition in Frage. Meyer wird nicht müde, dem Leser einzutrichtern, dass Kreativität, Ideenreichtum und auch Erfindergeist keine Gaben sind, die einem in die Wiege gelegt werden. Sie sind das Ergebnis harter Arbeit, die sämtliche Ressourcen in Anspruch nimmt: Zeit, Geld und Kraft! Mut, Ausdauer und Liebe am Scheitern! Den Blick für Probleme und die Hartnäckigkeit, sie zu lösen. Das seien Opfer, die jeder bringen könne. Jeder, der wolle! Aus diesem Grund sei es falsch, neidisch auf Genies wie Wolfgang A. Mozart, Antoni Gaudí oder den Vater der Glühbirne Thomas Edison zu schielen - und sich einzureden, dass dies ja „Ausnahmetalente“ wären.
Wer sich mit diesem Gedanken noch nie auseinander gesetzt hat und nach guten Strategien sucht, Erfolg und Kreativität zu verbinden, dem sei das Buch wärmstens empfohlen. Der Leser wird systematisch auf dem Weg vom Geistesblitz zur erfolgreichen Vermarktung einer Idee begleitet, veranschaulicht an vielen Beispielen, Übungen und Tipps. Unterhaltsam zu lesen, allerdings bietet der Blumenstrauß an Techniken nur demjenigen methodischen Mehrwert, der sich zuvor erst oberflächlich mit dieser Thematik beschäftigt hat: Das Etablieren einer Fehlerkultur, das Bevorzugen von offenen Fragen zur Konzeptanalyse, die Perspektivübernahme beim Eruieren von Möglichkeiten – so richtig viel Neues für den Werkzeugkasten wird einem Geistes- und Sozialwissenschaftler nicht geboten.
Und trotzdem schließt man das Buch mit dem guten Gefühl, Genialität sei erlernbar. Und mit dem unguten Gefühl, dass man dafür nicht nur hart, sondern sehr hart arbeiten muss. Nach der Lektüre gibt es auf jeden Fall keine selbstwertdienlichen Ausreden mehr, man wäre ein verkanntes Genie. Und darin besteht der eigentliche Charme des Buchs: Du bist Edison! Du bist Mozart! Du bist Gaudí!
Viele Grüße
Stefanie
Das Buch:
Jens-Uwe Meyer, Das Edison-Prinzip - Der genial einfache Weg zu erfolgreichen Ideen, Campus Verlag, Frankfurt/Main
Meine Meinung dazu:
Nach der Lektüre von knapp 200 Seiten hatte ich die Antwort auf eine Frage, die ich mir noch nie zuvor gestellt hatte: „Warum ist aus mir (noch) kein Erfinder geworden?“ Der Autor Jens-Uwe Meyer stellt Kreativität (leider) nicht als Disposition in Frage. Meyer wird nicht müde, dem Leser einzutrichtern, dass Kreativität, Ideenreichtum und auch Erfindergeist keine Gaben sind, die einem in die Wiege gelegt werden. Sie sind das Ergebnis harter Arbeit, die sämtliche Ressourcen in Anspruch nimmt: Zeit, Geld und Kraft! Mut, Ausdauer und Liebe am Scheitern! Den Blick für Probleme und die Hartnäckigkeit, sie zu lösen. Das seien Opfer, die jeder bringen könne. Jeder, der wolle! Aus diesem Grund sei es falsch, neidisch auf Genies wie Wolfgang A. Mozart, Antoni Gaudí oder den Vater der Glühbirne Thomas Edison zu schielen - und sich einzureden, dass dies ja „Ausnahmetalente“ wären.
Wer sich mit diesem Gedanken noch nie auseinander gesetzt hat und nach guten Strategien sucht, Erfolg und Kreativität zu verbinden, dem sei das Buch wärmstens empfohlen. Der Leser wird systematisch auf dem Weg vom Geistesblitz zur erfolgreichen Vermarktung einer Idee begleitet, veranschaulicht an vielen Beispielen, Übungen und Tipps. Unterhaltsam zu lesen, allerdings bietet der Blumenstrauß an Techniken nur demjenigen methodischen Mehrwert, der sich zuvor erst oberflächlich mit dieser Thematik beschäftigt hat: Das Etablieren einer Fehlerkultur, das Bevorzugen von offenen Fragen zur Konzeptanalyse, die Perspektivübernahme beim Eruieren von Möglichkeiten – so richtig viel Neues für den Werkzeugkasten wird einem Geistes- und Sozialwissenschaftler nicht geboten.
Und trotzdem schließt man das Buch mit dem guten Gefühl, Genialität sei erlernbar. Und mit dem unguten Gefühl, dass man dafür nicht nur hart, sondern sehr hart arbeiten muss. Nach der Lektüre gibt es auf jeden Fall keine selbstwertdienlichen Ausreden mehr, man wäre ein verkanntes Genie. Und darin besteht der eigentliche Charme des Buchs: Du bist Edison! Du bist Mozart! Du bist Gaudí!
Viele Grüße
Stefanie
Dienstag, 16. November 2010
Mensch oder dummes Stück Fleisch?
Was mich die letzten Wochen beschäftigt hat, war die Frage: Welches Menschenbild haben Ärzte von ihren Patienten? Meine Erfahrungen basieren auf ca. 10 Kontaktpunkten zu drei Ärzten. Keine repräsentative Stichprobe, doch genug, um mir diese Frage stellen zu dürfen. Ich habe mittlerweile starke Zweifel daran, dass ich von diesen drei Ärzten als eigenständig denkendes, intelligentes und emotionales Wesen gesehen werde. Dabei geht man davon aus, dass Ärzte in ihrer Ausbildung nicht nur physisch-chemische Zusammenhänge lernen, sondern auch eine psychologische Kompetenz im Umgang mit kranken Menschen entwickeln. Durch meine Erfahrungen mit dem medizinischen System in den letzten Monaten bin ich mir da nicht mehr ganz sicher, worauf die Ausbildung abzielt und welchen Anteil an der mangelnden Sozialkompetenz meiner Ärzte die stetigen Kürzungen im medizinischen Versorgungssystem haben. Sie könnten also, wenn sie dürften! Sie wollen aber nicht, weil sie es nicht bezahlt kriegen! Eine kränkende Erkenntnis für mich, doch ein logisches Ergebnis aus der Tatsache, dass Krankheit ein Geschäft ist.
Gemäß der Kontrolltheorie (Frey & Greif, 1997) sind Menschen bestrebt, Ereignisse und Zustände in ihrer Umwelt kontrollieren zu können, d.h. konkret: Wir wollen Dinge erklären, vorhersagen und beeinflussen können. Bei meinen letzten Behandlungen haben meine Ärzte nicht besonders viel Wert darauf gelegt, mir das Gefühl zu geben, ich könne in dem Genesungsprozess etwas kontrollieren, etwas erklären, etwas vorhersagen oder beeinflussen. Dass einem das kein gutes Gefühl bei der Arztwahl und beim Heilungsprozess gibt, liegt auf der Hand. Natürlich hatte ich immer die freie Wahl darüber, ob die Behandlung durchgeführt wird, doch eigentlich wusste ich nicht, warum gerade diese Behandlung, welche anderen Alternativen es noch gab, welche Vor- und Nachteile diese für mich hätten und warum der Arzt nur diese Behandlungsart für den richtigen nächsten Schritt hielt. Meistens habe ich noch nicht einmal verstanden, was mir fehlte. Ich musste mich mit Aussagen begnügen wie: „Ich vermute, sie haben X, nehmen sie Y. Wenn es nicht besser wird, kommen sie in 14 Tagen wieder.“ Ich musste mir das Gefühl an Kontrolle erzwingen, indem ich penetrant gefragt habe (Was heißt das? Wieso? Weshalb? Warum?). Ich bin damit nicht auf Gegenliebe gestoßen. Im Gegenteil, ich kam mir vor, wie ein lästiger, besserwisserischer und anstrengender Kunde, wenn der Arzt widerwillig, einsilbig und leicht genervt antwortete. Kontrolle habe ich dadurch wiedererlangt, indem ich einfach im Internet gegoogelt habe was z.B. ein Morton Neuron ist. Meinen Orthopäden habe ich damit wahnsinnig gemacht, als ich die verschriebenen Tabletten nicht genommen habe, weil ich im Internet den Hinweis gefunden habe, dass es vor 2 Jahren eine Rückrufaktion gab und manche Apotheken immer noch vor dem Medikament warnen. „Genau aus dem Grund habe ich 7 Jahre Medizin studiert! Weil Sie die Lösung nicht im Internet finden!“ Gut, verständlich. Aber weniger verständlich war der Nachsatz: „Nur weil sie so intelligent sind, erkläre ich Ihnen das alles jetzt so genau. Ich bekomme dafür nur 27,50 Euro von der Krankenkasse.“ Ah ja, gut zu wissen, dass er meine Fragen bereitwilliger beantworten würde, wenn er das doppelte Honorar abrechnen dürfte. Außerdem sind 27,50 Euro für 10 Minuten gar nicht so schlecht!
Ich glaube gar nicht, dass Ärzte grundsätzlich kein Interesse am psychischen Wohlbefinden Ihrer Patienten haben. Sie haben nur wenig Behandlungszeit zur Verfügung und müssen mit Leistungen sehr effizient umgehen. Dabei nehmen sie in Kauf, dass die Beziehung und die Vertrauensebene zwischen ihnen und dem Patienten darunter leidet. Doch leider vernachlässigen Sie, dass das notwendige Vertrauen nicht durch einen Satz Smalltalk am Anfang aufgebaut werden kann – in meinem Fall immer: „Wo kommen Sie her, Sie haben keinen deutschen Namen?“ Denn nur mit viel Vertrauen in die Kompetenz und die Erfahrung des Arztes ist die Kontrollmotivation des Patienten verringert. Vertrauen entsteht bei mir vor allem dadurch, dass der Arzt mich ernst nimmt, mir den Sachverhalte erklärt und mir die Möglichkeit gibt, nachzufragen. Stichwort: Transparenz! Nur weil der Arzt weiß, wo Kroatien liegt, heißt das noch lange nicht, dass ich ihm blind vertraue. Solange ich kein Vertrauen zu ihm habe und er mir auch nicht das Gefühl der Kontrolle vermitteln kann, fühle ich mich ziemlich ausgeliefert, weil der Prozess, die Sprache und die Diagnose nicht durchsichtig genug für mich sind.
Letztendlich geht es um die Anwendung der Change Management Prinzipien in der Patientenkommunikation. Denn ähnlich wie in einem organisationalen Veränderungsprozess ist auch Kranksein mit Unsicherheit und Ängsten verbunden und eigentlich ein richtiger Change. Da könnte sich so manch ein Arzt starke und glaubwürdige Führungskommunikation von guten Change Managern abschauen (siehe unser Hebel 2).
Was kann man tun? Ich für meinen Teil werde den drei Ärzten wohl auch weiterhin mit meinen Fragen auf die Nerven gehen - solange bis die Ärzte merken, dass diese Entwicklung gefährlich für das medizinische System ist.
Was mich die letzten Wochen beschäftigt hat, war die Frage: Welches Menschenbild haben Ärzte von ihren Patienten? Meine Erfahrungen basieren auf ca. 10 Kontaktpunkten zu drei Ärzten. Keine repräsentative Stichprobe, doch genug, um mir diese Frage stellen zu dürfen. Ich habe mittlerweile starke Zweifel daran, dass ich von diesen drei Ärzten als eigenständig denkendes, intelligentes und emotionales Wesen gesehen werde. Dabei geht man davon aus, dass Ärzte in ihrer Ausbildung nicht nur physisch-chemische Zusammenhänge lernen, sondern auch eine psychologische Kompetenz im Umgang mit kranken Menschen entwickeln. Durch meine Erfahrungen mit dem medizinischen System in den letzten Monaten bin ich mir da nicht mehr ganz sicher, worauf die Ausbildung abzielt und welchen Anteil an der mangelnden Sozialkompetenz meiner Ärzte die stetigen Kürzungen im medizinischen Versorgungssystem haben. Sie könnten also, wenn sie dürften! Sie wollen aber nicht, weil sie es nicht bezahlt kriegen! Eine kränkende Erkenntnis für mich, doch ein logisches Ergebnis aus der Tatsache, dass Krankheit ein Geschäft ist.
Gemäß der Kontrolltheorie (Frey & Greif, 1997) sind Menschen bestrebt, Ereignisse und Zustände in ihrer Umwelt kontrollieren zu können, d.h. konkret: Wir wollen Dinge erklären, vorhersagen und beeinflussen können. Bei meinen letzten Behandlungen haben meine Ärzte nicht besonders viel Wert darauf gelegt, mir das Gefühl zu geben, ich könne in dem Genesungsprozess etwas kontrollieren, etwas erklären, etwas vorhersagen oder beeinflussen. Dass einem das kein gutes Gefühl bei der Arztwahl und beim Heilungsprozess gibt, liegt auf der Hand. Natürlich hatte ich immer die freie Wahl darüber, ob die Behandlung durchgeführt wird, doch eigentlich wusste ich nicht, warum gerade diese Behandlung, welche anderen Alternativen es noch gab, welche Vor- und Nachteile diese für mich hätten und warum der Arzt nur diese Behandlungsart für den richtigen nächsten Schritt hielt. Meistens habe ich noch nicht einmal verstanden, was mir fehlte. Ich musste mich mit Aussagen begnügen wie: „Ich vermute, sie haben X, nehmen sie Y. Wenn es nicht besser wird, kommen sie in 14 Tagen wieder.“ Ich musste mir das Gefühl an Kontrolle erzwingen, indem ich penetrant gefragt habe (Was heißt das? Wieso? Weshalb? Warum?). Ich bin damit nicht auf Gegenliebe gestoßen. Im Gegenteil, ich kam mir vor, wie ein lästiger, besserwisserischer und anstrengender Kunde, wenn der Arzt widerwillig, einsilbig und leicht genervt antwortete. Kontrolle habe ich dadurch wiedererlangt, indem ich einfach im Internet gegoogelt habe was z.B. ein Morton Neuron ist. Meinen Orthopäden habe ich damit wahnsinnig gemacht, als ich die verschriebenen Tabletten nicht genommen habe, weil ich im Internet den Hinweis gefunden habe, dass es vor 2 Jahren eine Rückrufaktion gab und manche Apotheken immer noch vor dem Medikament warnen. „Genau aus dem Grund habe ich 7 Jahre Medizin studiert! Weil Sie die Lösung nicht im Internet finden!“ Gut, verständlich. Aber weniger verständlich war der Nachsatz: „Nur weil sie so intelligent sind, erkläre ich Ihnen das alles jetzt so genau. Ich bekomme dafür nur 27,50 Euro von der Krankenkasse.“ Ah ja, gut zu wissen, dass er meine Fragen bereitwilliger beantworten würde, wenn er das doppelte Honorar abrechnen dürfte. Außerdem sind 27,50 Euro für 10 Minuten gar nicht so schlecht!
Ich glaube gar nicht, dass Ärzte grundsätzlich kein Interesse am psychischen Wohlbefinden Ihrer Patienten haben. Sie haben nur wenig Behandlungszeit zur Verfügung und müssen mit Leistungen sehr effizient umgehen. Dabei nehmen sie in Kauf, dass die Beziehung und die Vertrauensebene zwischen ihnen und dem Patienten darunter leidet. Doch leider vernachlässigen Sie, dass das notwendige Vertrauen nicht durch einen Satz Smalltalk am Anfang aufgebaut werden kann – in meinem Fall immer: „Wo kommen Sie her, Sie haben keinen deutschen Namen?“ Denn nur mit viel Vertrauen in die Kompetenz und die Erfahrung des Arztes ist die Kontrollmotivation des Patienten verringert. Vertrauen entsteht bei mir vor allem dadurch, dass der Arzt mich ernst nimmt, mir den Sachverhalte erklärt und mir die Möglichkeit gibt, nachzufragen. Stichwort: Transparenz! Nur weil der Arzt weiß, wo Kroatien liegt, heißt das noch lange nicht, dass ich ihm blind vertraue. Solange ich kein Vertrauen zu ihm habe und er mir auch nicht das Gefühl der Kontrolle vermitteln kann, fühle ich mich ziemlich ausgeliefert, weil der Prozess, die Sprache und die Diagnose nicht durchsichtig genug für mich sind.
Letztendlich geht es um die Anwendung der Change Management Prinzipien in der Patientenkommunikation. Denn ähnlich wie in einem organisationalen Veränderungsprozess ist auch Kranksein mit Unsicherheit und Ängsten verbunden und eigentlich ein richtiger Change. Da könnte sich so manch ein Arzt starke und glaubwürdige Führungskommunikation von guten Change Managern abschauen (siehe unser Hebel 2).
Was kann man tun? Ich für meinen Teil werde den drei Ärzten wohl auch weiterhin mit meinen Fragen auf die Nerven gehen - solange bis die Ärzte merken, dass diese Entwicklung gefährlich für das medizinische System ist.
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