Montag, 14. März 2011

Heute schon „ge-stroket“?

Sucht man nach einer deutschen Übersetzung für das  englische Wort „Stroke“, findet man „Schlaganfall“, „Stoß“ oder „Streicheleinheit“.
Das passt ganz gut zu der Bedeutung, die „Strokes“ in der Psychologie, genauer gesagt in der Transaktionsanalyse, zukommt: Hier werden Strokes als „Einheit für Anerkennung“ oder auch als „Einheit für Zuwendung“ gesehen – das kann ein Lob, eine Berührung oder einfach ein Grußwort sein. Doch Strokes können auch anders auftreten, z.B. als Beschimpfung, Missachtung oder als (Rat-) Schlag. Ob ein Stroke als positiv oder als negativ wahrgenommen wird, entscheidet nicht der Sender, sondern der Empfänger. Jedes Gespräch, jede Interaktion zweier Menschen ist ein Austausch von Strokes. Es gibt Interaktionen, bei denen nur nonverbale Strokes ausgetauscht werden, wie z.B. beim Flirten. Allerdings lässt sich der Austausch dieser non-verbalen Strokes nie gänzlich vermeiden: Bei jeder Interaktion wenden wir uns durch Körpersprache und –haltung, durch unsere Gesichtszüge oder durch Blickkontakt unserem Gegenüber zu.
Unechte Strokes sind solche, die als Resultat einer inkongruenten Haltung des Gebers dem Empfänger gegenüber gegeben werden. Sie beginnen positiv, enden aber meist negativ, mit einem faden Beigeschmack: „Der Mantel steht Ihnen sehr gut - haben Sie ihn gebraucht gekauft?“
Wir Menschen brauchen Strokes, um lebensfähig zu sein – psychisch als auch physisch. Und manchmal akzeptieren wir sogar negative Strokes, bevor wir gar keine Beachtung erhalten.
Achten Sie doch mal darauf, welche Strokes Sie über den Tag hinweg verteilen – oder auch bekommen. Sie werden bald feststellen, dass positive Strokes das gezeigte Verhalten verstärken. Und dass Sie sehr schnell echte von unechten Strokes unterscheiden können und ein gutes Gespür für Manipulation besitzen.
Tipps für den Alltag:
  1. Schenken Sie reine Aufmerksamkeit, Interesse und Wertschätzung (Anschauen, Zuhören, Nachfragen, Zustimmen, Ergänzen, etc.) - das sind die besten Strokes. 
  2. Passen Sie die Art, wie Sie anderen Strokes geben, Ihrem eigenen Temperament und der jeweiligen Situation an. Strokes müssen ehrlich, spontan und aufrichtig gegeben werden. Verwenden Sie Superlative äußerst sparsam und vermeiden Sie überschwängliches Lob.
  3. Versuchen Sie, die meisten Strokes auf den Gebieten zu geben, die für den anderen die größte Bedeutung haben. Diese Gebiete können sich durchaus von denen unterscheiden, auf die Sie selbst großen Wert legen. Bemühen Sie sich, herauszufinden, was für andere von Bedeutung ist, indem Sie aufmerksam für die Werte des anderen sind.

Freitag, 4. März 2011

Psychologie erfolgreicher Führung - Buchrezension

Titel: Positive Leadership - Psychologie erfolgreicher Führung
Erweiterte Strategien zur Anwendung des Grid-Modells [Gebundene Ausgabe] Autoren: Utho Creusen, Nina-Ric Eschemann, Thomas Johann

Die Autoren deuten bereits im Titel ihres Buchs „Positive Leadership“ an, welche psychologische Fachrichtung sie vertreten: die Positive Psychology. Mittlerweile hat diese junge Forschungsrichtung über Glück, Zufriedenheit und Stärken ihren festen Platz in der Psychologie. Die Frage „Wie kann ich ein (noch) erfüllteres Leben führen?“ hat endlich – neben der störungsorientierten Betrachtung des Menschen – ihre Berechtigung gefunden.

Auch in beruflichen Kontexten stellen sich Menschen diese Frage immer öfter. Gerade Führungskräfte wollen wissen, wie sie psychisch gesunde und glückliche Mitarbeiter erhalten. Die Autoren bieten mit ihrem Buch eine Antwort darauf, wie psychologisches Wohlbefinden und unternehmerischer Erfolg miteinander vereint werden können.

Mit ihrem Modell des Positive Leadership bemühen sie sich um eine Verschmelzung der Erkenntnisse aus der Positiven Psychologie mit dem bewährten Führungsmodell GRID von Blake & Mouton aus den 60er Jahren. Und dies gelingt ihnen gut.

Sie geben einen schönen Überblick über den Stand der wissenschaftlichen Diskussion zu den Themen „Talente und Stärken“, „Engagement und Flow“, „psychologisches Kapital und positive Emotionen“, „Vision und Sinngebung“ sowie „Mitarbeiterbeteiligung durch gewisse Führungsstile“. Die Kapitel werden jeweils durch Take-Away-Messages zusammengefasst, was für den roten Faden sehr hilfreich ist.

Stellenweise hat man als Leser jedoch den Eindruck eine wissenschaftlich-fundierte Verkaufsbroschüre in den Händen zu halten. Die ausführliche Vorstellung der (zu) vielen markengeschützten Instrumente, Fragebögen und Seminare wird aber gut mit Fallbeispielen aufgelockert.

Fazit: Das Buch bietet viele konzeptionelle Ideen, theoretische Modelle und psychologische Instrumente und spricht daher eher erfahrene Personalexperten oder wissenschaftlich interessierte Führungskräfte an. Als praxisorientierter Ratgeber, in dem man konkrete Tipps für den Führungsalltag erwarten würde, eignet es sich vermutlich weniger.

Lucija Vlahovic

Dienstag, 22. Februar 2011

"Psychologisches Kapital" - Das Firmenkapital der Zukunft

Der Organisationspsychologe Fred Walumba und seine Kollegen von der Arizona State University haben eine Studie zum Thema „psychologisches Kapital“ von Führungskräften und ihren Mitarbeitern durchgeführt. Warum uns das interessiert? „Psychologisches Kapital“ wirkt sich direkt auf die Leistungsfähigkeit und die Zuversicht der Menschen aus – und das kommt (Ihrem) Unternehmen zu Gute!

Was versteht man unter „psychologischem Kapital“ im beruflichen Sinne?

Unter „psychologischem Kapital“ in der Arbeitswelt versteht man menschliche Stärken, die Führungskräfte und Mitarbeiter benötigen, um zuversichtlicher zu sein, noch besser arbeiten und mehr leisten zu können. Das „psychologische Kapital“ des arbeitenden Menschen kann man auf vier Bereiche aus der positiven Psychologie zusammenfassen:
  • Selbstwirksamkeit:
    Man ist von seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt
  • Hoffnung:
    Man hält an gesteckten Zielen fest
  • Optimismus:
    Man blickt zuversichtlich in die Zukunft und glaubt an seinen Erfolg
  • Widerstandsfähigkeit:
    Man bewältigt Probleme und überwindet Hürden
Was wurde in der Studie der Arizona State University untersucht?

Fred Walumba und seine Kollegen haben eine Untersuchung an 79 Polizei-Dienstgruppen durchgeführt. Teilgenommen haben die 79 Leiter der jeweiligen Dienstgruppen und ihre 264 Mitarbeiter. Folgendes wurde bei den Teilnehmern abgefragt:

  •  Psychologisches Kapital
  • Arbeitsleistung
    Mitarbeiter beurteilten die Arbeitsleistung der Vorgesetzten.
  • Serviceklima der Dienststelle
    Hier war das Augenmerk auf den Stellenwert der Arbeits- und Servicequalität im täglichen Job gerichtet.
Ergebnis der Studie war unter anderem, dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter stärkten, wenn sie selbst über psychologisches Kapital verfügten – also über Selbstvertrauen, Optimismus und Widerstandsfähigkeit. Wenn diese Tugenden der Führungspersönlichkeit auf die Kollegen abfärbten, verbesserte das deren Arbeitsleistung. Dieses Kapital konnten die Mitarbeiter besonders gut für ihre Arbeit nutzen, wenn das Serviceklima allgemein gut war.
Das bedeutet, einer Führungskraft gelingt eine Erhöhung der Arbeitsleistung der Mitarbeiter nur, wenn das psychologische Kapital an die Teammitglieder weitergegeben werden kann.

Unsere Schlussfolgerung: Kein Unternehmen kann es sich künftig leisten, auf die Förderung des "psychologischen Kapitals" zu verzichten!

Quelle: http://www.wirtschaftspsychologie-aktuell.de/

Montag, 14. Februar 2011

Heiliger Valentin von Terni


Bildquelle: Wikipedia

Wer von uns ging an diesem Tag noch nicht an zig Blumengeschäften vorbei, die uns weis machen wollten, dass der Valentinstag mindestens so wichtig wie Ostern und Weihnachten zusammen ist. Bei Fleurop kann man heute sogar die Sträuße „Wolke Sieben“, „Ciao bella“ und „Herzensbrecher“ bestellen. Großes Kino.
Unabhängig von Kommerz, Blumen und Schokolade lohnt es sich, einen Blick auf den Namensgeber zu werfen, den Heiligen Valentin von Terni: Denn wer einem Tag schon seit fast 1800 Jahren seinen Namen leiht, der muss zumindest in seiner Zeit herausragende Dinge mit großer Wirkung getan haben.

Bildquelle: Wikipedia
Legenden erzählen, dass Valentin von Terni Mitte des 3. Jahrhunderts als Bischof des heu­ti­gen italienischen Ternis immer wieder auf die Straßen ging, um das Evangelium zu verkünden und die Menschen in ihrem Glauben zu unterstützen – und das zur Zeiten der Christenverfolgung. Er verurteilte den Krieg und empfahl den Männern der Stadt, bei ihren Familien zu bleiben, anstatt in die Schlacht zu ziehen. Auch soll er Verliebte trotz des Verbots durch Kaiser Claudius II. getraut und den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt haben. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Vorbild und Führer im Geiste für viele Gläubige – ein Mann, der von dem, was er tat, zutiefst überzeugt war.

Diese Überzeugung war es auch, die Valentin letztendlich den Märtyrertod brachten. Am 14. Februar 269 soll er wegen seines christlichen Glaubens von den Senatoren Roms enthauptet worden sein.

Kommerz oder nicht Kommerz: Unser Team feiert den Valentinstag heute - in Gedenken an einen großartigen Mann, der in Zeiten der Veränderung seine Ideale an die Menschen weiter gegeben hat. Denn das ist wirklich großes Kino.

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen allen einen schönen Valentinstag!
Ihre Dr. Eva Strasser & Team

Freitag, 4. Februar 2011

Positiv bleiben!

„Es gab einmal einen Bauern, dessen Pferd davonlief. Dabei handelte es sich um eine herrliche preisgekrönte Stute. Sofort kamen die Nachbarn, um dem Bauern ihr Mitleid über den herben Verlust auszusprechen. „Du bist sicher sehr traurig“ sagten sie. Doch der Bauer antwortete nur: „Vielleicht“. Eine Woche später kam die Stute zurück und brachte fünf wilde Pferde mit. Wieder kamen die Nachbarn - dieses Mal zur Gratulation. „Du bist jetzt sicher sehr glücklich“, sagten sie. Und wieder antwortete der Bauer nur: „Vielleicht“.
Am nächsten Tag versuchte der Sohn des Bauern, auf einem der Wildpferde zu reiten. Er wurde abgeworfen und brach sich ein Bein. „So ein Pech“, sagten die Nachbarn. „Vielleicht“ antwortete der Bauer.
Drei Tage später kamen Offiziere ins Dorf, um Soldaten zu rekrutieren. Sie nahmen alle jungen Männer mit - nur den Sohn des Bauern nicht, weil er für den Kriegsdienst untauglich war...“
 
An der Geschichte des Zukunftsforschers Prof. Dr. Horst W. Opaschowski lassen sich gut zwei Strategien erklären, wie man konstruktiv und gelassen mit Scheitern umgehen kann: „Positive Framingund „Positive Thinking“.
„Positive Thinking“ beschreibt die Fähigkeit, die eigene Gedankenwelt an die Realität anzupassen („Ach, das wird schon. Ich brauch das Pferd eigentlich nicht.“). Wenn wir positiv Denken, sind wir mit einer gehörigen Portion Optimismus ausgestattet, die uns kurzfristig für anstehende Herausforderungen stärkt.
„Positive Framing“ hingegen ist die Fähigkeit, die Realität anzuerkennen, sich mit ihr auseinander zu setzen und das aus ihr zu machen, was sie in den meisten Fällen ist: Eine Chance. Das kostet erst mal Kraft, weil man sich mit dem eigenen Misserfolg beschäftigten muss („Ich habe das Pferd verloren. Meine Schuld. Aber wofür kann es gut sein? Was lerne ich daraus?“). Längerfristig ist es der gesündere Umgang mit Misserfolgen, weil es den Einzelnen weitestgehend unabhängig vom weiteren Geschehen macht. („Das Pferd kommt nicht zurück. Ich werde in Zukunft besser auf meinen Besitz aufpassen.“)
Zugegeben – es ist nicht ganz klar, auf welche „positive“ Art der Bauer sein Schicksal gemeistert hat. Aber rückblickend dürfte ihm das „Positive Framing“ der Geschehnisse nicht schwer gefallen sein.

Dienstag, 25. Januar 2011

Tipps gegen psychischen Stress

Es trifft meist die Besten: Burnout! Ehrgeizige Leistungsträger fordern sich und ihre Mitarbeiter bis ans Limit. Leider oft auch darüber hinaus. Der Trend ist eindeutig: Aktuelle Statistiken der Krankenkassen zeigen, dass immer mehr Menschen an psychischen Erkrankungen leiden.
Hier finden Sie mehr

Führungskräften kommt deshalb immer mehr die Aufgabe zu, den Belastungsgrad für sich und Ihre Mitarbeiter erkennen und richtig steuern zu können. Permanenter Stress und Dauerbelastung ohne Entlastung führt früher oder später in die seelische Krise.

Diese Herausforderung thematisieren wir immer wieder in unseren Trainings. Auffallend dabei ist, dass Führungskräfte und Personalmanager kaum auf diese neue Aufgabe vorbereitet werden. Im Gegenteil, sie fühlen sich äußerst unsicher mit dieser Entwicklung. Einige unserer Kunden haben dieses Thema deshalb proaktiv für dieses Jahr in Angriff genommen: Führungskräfte darin schulen, Menschen in seelischen Krisen zu führen. Und davor die Personalexperten darin fit machen, kompetenter Ansprechpartner für sie zu sein und folgende Fragen beantworten zu können: Was kann ich tun, wenn die Belastung in meinem Team dauerhaft steigt? Wie erkenne ich, wenn es zu viel wird? Wie muss ich mit Mitarbeitern umgehen, die in einer Krise sind oder erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung zeigen? An wen kann ich mich wenden? Diese Fragen und viele mehr beschäftigen Führungskräfte in der Regel.

Konkrete Tipps gegen Burnout:
Was können Unternehmen tun?

• Berufseinsteiger und neue Mitarbeiter sorgfältig einarbeiten, damit nicht das Gefühl von Überforderung aufkommt.

• Falsche Arbeitsbelastung vermeiden, indem Beschäftigte in die Arbeitsplanung miteinbezogen werden. Sie sollen weder überfordert noch unterfordert sein.

• Zu viele Überstunden vermeiden. Nach zehn Stunden Arbeit ist ein Mensch kaum noch produktiv.

• Führungskräfte sorgfältig auf ihre Aufgaben vorbereiten. Sie sollen Ziele bestimmen, diese klar formulieren und auf die Einhaltung im Team achten. Zugleich soll aber nicht das Gefühl extremer Kontrolle entstehen.

• Mitarbeitern für gute Arbeit Lob und Anerkennung zollen und dies auch kommunizieren. Auch Kritik ist wichtig. Das Feedback sollte jedoch konstruktiv formuliert werden.



Was können Sie selbst tun?

• Den eigenen Perfektionismus kritisch überdenken und sich Leistungsgrenzen ehrlich eingestehen.

• Unrealistischen Erwartungen von Vorgesetzten ein Nein entgegensetzen.

• Überlegen, welche Aufgaben delegiert werden können.

• Auf geregelte Essenszeiten und Pausen achten, um wieder Energie zu sammeln.

• Freizeitpläne und Unternehmungen mit Familie und Freunden nicht ständig verschieben. Sie sollten als Ausgleich zur Arbeit fest eingeplant werden. Allerdings sollte auch nicht Freizeitstress daraus werden.

Quelle: TÜV Süd

Freitag, 14. Januar 2011

Mein guter Vorsatz fürs neue Jahr

Wenn man älter und erwachsener wird, sieht man viele Dinge klarer. Man reagiert nicht mehr so emotional und ganz ehrlich, Vorkommnisse, die bei mir persönlich mit 16 Jahren noch an eine Tragödie grenzten, bringen heute lediglich ein müdes Lächeln auf meine Lippen. Es ist gut, dass man sich verändert, weiterentwickelt und an den persönlichen Erfahrungen wächst. Und es ist gut, das eigene Leben ab und an zu reflektieren, um genau diese Entwicklung festzustellen. Wenn ich darauf vertraue, dass momentan gefühlte Tragödien in 20 Jahren lediglich ein müdes Lächeln auf meine Lippen bringen, habe ich das Vertrauen, mich allen Herausforderungen die da kommen wollen zu stellen – und daran zu wachsen. Gelassener und resilienter zu werden.

Mein guter Vorsatz für das neue Jahr lautet also: >>Es gibt keine Tragödien – nur Herausforderungen, also Chancen um zu wachsen und mich zu entwickeln.<<

Mehr zum Thema Resilienz: http://www.fit2change.de/

LG
Verena