Montag, 15. September 2014

Die Kraft der Gemeinsamkeit

Ein wirklich schöner Einstieg in den Tag wurde mir heute durch diese Szene im Film beschert. Folgende Elemente, die auch für gelungenen Change im Arbeitsalltag gelten, sehen wir:

  1. ein klares Leitthema, das alle nachvollziehen können und emotional verstehen
  2. einer, der die Initiative übernimmt
  3. viele, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit gut geführt beitragen, dass ein gemeinsames Gesamtkunstwerk entsteht
  4. Zuhörer (Kunden und Partner), die sich begeistern und berühren lassen
  5. Zuhörer, die nicht nur passiv bleiben müssen, sondern auch zum Mitmachen (Mitsingen, Mittanzen, Mitdirigieren) inspiriert werden und sich einbringen können.

In psychologischen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass das Wort „Together“ einen deutlichen Unterschied macht in der Wirkung von Überzeugungskommunikation. Ein schöneres Beispiel für die Wirkung von „Gemeinsam“ –ganz ohne Worte- fällt mir nicht ein.

Mittwoch, 3. September 2014

Führen ohne Macht

Persönlichkeiten, nicht Prinzipien bringen die Zeit in Bewegung.

Oscar Wilde

In modernen Organisationen wird es immer wichtiger, Führung erfolgreich zu praktizieren, auch wenn disziplinarische bzw. hierarchische Macht nicht verfügbar ist.
Ob in der Projekt- oder in der Teamleitung - diejenigen, die hier Führungsverantwortung übernehmen, sind in aller Regel angewiesen auf das, was man mit Persönlichkeit auf den Punkt bringen kann. Glaubwürdigkeit, emotionale Intelligenz und Kompetenz, die Kunst, auch unter oft stark fordernden Rahmenbedingungen Gefolgschaft und Identifikation mit der Aufgabe zu erreichen und diese mit hoher Motivation und Selbstverantwortung zu gestalten sind einige Ingredienzien, die Leader auszeichnen und wo ein Rückgriff auf disziplinarische Macht in der Führung obsolet wird.
Anziehend sein durch Ausstrahlung - Darum geht es auch.
Selbst dort, wo aus einer echten Führungsposition in der Hierarchie heraus geführt wird, ist eine Führung par ordre du mufti (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Mufti) immer weniger von Erfolg gekrönt. Die Ansprüche von Menschen in Organisationen haben sich geändert. Menschen verlangen zunehmend nach Einbindung, Gefragt-Werden und -Sein, reklamieren Sinn, Wertschätzung und persönliches Wachstum (vgl. auch http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-08/macht-chef-verantwortung).
Dass Macht im Sinne von anweisen und durchsetzen mittlerweile ein purer Anachronismus ist ergibt sich plausibel schon aus der stetig zunehmenden Komplexität von Organisationen als Antwort auf eine zunehmende Beschleunigung globalen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels.

Innovation, Kreativit
ät und ein hohes Maß an Selbstverantwortung und Selbstmotivation sind wesentliche Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg in Unternehmen und transformationale Führung ist der Führungsstil als Antwort auf die Herausforderungen heute.

Leadership heute verlangt nach umfassenden Kompetenzen im Umgang mit dem
System Mensch und beginnt mit der nachhaltigen Arbeit an sich selbst. Gestaltung produktiver Beziehungen, wertschätzende und fordernde Führung, die Fähigkeit, Menschen zur Gefolgschaft auch unter sehr anspruchsvollen Rahmenbedingungen zu motivieren sind nur einige der Anforderungen an Führung.

Hierarchische Macht war gestern. Gemeinsame Gestaltung von Change ist heute.

Montag, 1. September 2014

Der Stress in unserem Kopf

Der Artikel "Der Stress in unserem Kopf" (Wirtschaftswoche) bildet aus meiner Sicht ein gutes Gegengewicht gegen die immer wieder zitierte Gallup-Studie, dass die meisten Menschen mit ihrer Arbeit ziemlich unglücklich sind und wenig an ihre Arbeitgeber gebunden fühlen. Wer ist meistens schuld in der öffentlichen Diskussion? Natürlich die unfähigen Führungskräfte und die bösen Unternehmen, die sich einfach viel zu schnell und zu viel ändern und den Menschen zu viel Unsicherheit zumuten. Eine einsichtige Sichtweise und dazu ziemlich linear: hier der Input in die Black Box Mitarbeiter durch  Führung und Unternehmensstrategie – dort der Output Engagement, Bindung und nicht gestresste Mitarbeiter. In dieser Gleichung erscheint der Mitarbeiter überwiegend als reaktive Komponente – seine Verantwortung für sein Selbst – Management wird unterschätzt. Deshalb setzt die Aufforderung „Entscheiden Sie sich für Wohlbefinden“ einen guten Kontrapunkt. Und es ist aus meiner Sicht ist wichtig, noch eine Stufe tiefer anzusetzen und sich der Frage zu widmen, warum es vielen Menschen nicht so einfach fällt, sich für Wohlbefinden zu entscheiden.

Hier bietet Viktor Frankl einen wunderbaren Zugang – nicht neu und modern, aber beeindruckend zu hören in seinem Vortrag 1979 http://systemagazin.com/viktor-frankl-die-frage-nach-dem-sinn/

Im Vortrag schildert er seine  Überzeugung, dass der Mensch nur durch einen selbst gefundenen Sinn glücklich werden kann und dass er genau dafür voll verantwortlich ist. Die Voraussetzung für Wohlbefinden ist der Sinn in unserem Kopf. Wenn wir mit unseren Kunden in Change Situationen daran arbeiten, dass das „rote Tuch zum roten Faden“ wird, geht es uns genau darum – dass jeder Mitarbeiter eines Unternehmens aus, für ihn vielleicht unsinnigen, Veränderungen den ganz persönlichen Sinn erkennen kann.

Mittwoch, 27. August 2014

Was für eine Nachricht:

die Kanzlerin will Wissen für ihre Politik nutzen, wie Menschen ihr Verhalten steuern und wie sie dabei oft ihren eigenen kurz- und langfristigen Interessen widersprechen. Der Artikel in der FAZ vom 26.8. berichtet, dass die Bundesregierung drei Referenten sucht mit Expertise im Behavioral Economics Themenfeld. Aus meiner Sicht eine gute Sache – denn als Naturwissenschaftlerin will Frau Merkel verstehen, wie die Welt funktioniert und wie man sie für die eigenen Zwecke beeinflussen kann. Ich sehe diese Aktivität in diesem Kontext und begrüße ihre Absicht sehr, wirksam regieren zu wollen. Für mich hat sie hier ein vergleichbares Interesse wie Führungskräfte, die wir beraten. Die wollen zwar nicht wirksam regieren, aber wirksam führen. Viele Führungskräfte interessieren sich auch heute schon für Psychologie, Anthropologie und Verhaltensökonomik. Denn sie verstehen, dass vor allem in Zeiten von Veränderung und Unsicherheit genau diese Wissensquellen von Nutzen sind. Auch in Transformationen wollen Führungskräfte verstehen, wie die Menschen emotional und rational ticken, wie sie ihre Interessen einbringen und gewonnen werden können, für gemeinsame Ziele zu handeln.

Gerade wenn sich Routinen und Verhalten von Menschen verändern sollen, sind unterschiedliche „Schubser“ durch die Führung erforderlich. Schön, dass wir uns in der Nutzenargumentation für unsere Arbeit nun auch darauf berufen können, dass sogar die Regierung verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse nutzt. Und wer will schon hinter Frau Merkel zurückstehen J.
 
 

 

Dienstag, 26. August 2014

“You can´t be what you can´t see”

“You can´t be what you can´t see” – diese Grundannahme wurde mir bewusst durch verschiedene Aktivitäten, die ich zur Zeit abseits der großen Diskussion über Frauenquote und weibliche Vorstände und Aufsichtsräte im Netz beobachte. Drei Beispiele dazu:
·     Geena Davis erzählt beeindruckend von ihrem Werdegang und ihrer Motivation, in ihrem Leben etwas zu bewegen und eine erfolgreiche Schauspielerin zu werden. Während ihrer Karriere wird sie sich immer mehr bewusst, welches Frauenbild über die Medien vermittelt wird. Vor allem in den USA, die damit hunderte von Millionen Mädchen auf der ganzen Welt beeinflussen. Ihre Hypothese: einem Jungen wird in den Medien ein vielfältiges Bild gezeigt, was er alles werden und erreichen kann. Einem Mädchen werden nur 25% von diesen Möglichkeiten vermittelt – es wird mit einer deutlich eingeschränkteren Wirklichkeit von Frauen konfrontiert.

·     Sheryl Sandbergs Kooperation mit Getty Images unter dem Dach ihrer „Lean In“ Kampagne geht in die gleiche Richtung:„In den Medien werden berufstätige Frauen auf Bildern oft als überfordert oder krankhaft ehrgeizig dargestellt. Die Bildagentur Getty Images hat deswegen gemeinsam mit der Nonprofit-Organisation "Lean In" eine Sammlung mit neuen Bildern "dynamischer Frauen" zusammengestellt, um ein neues Frauenbild zu entwerfen.“  http://www.deutschlandfunk.de/lean-in-collection-neue-weibliche-vorbilder-schaffen.2016.de.html?dram:article_id=284116

Auch hier finde ich interessant, in meinem eigenen Wahrnehmungsfilter zu überprüfen, ob sich diese Hypothesen für mich bestätigen. Dabei fällt mir vor allem auf: wichtige Konferenzen und Kongresse sind überwiegend männlich besetzt. Frauen treten als Expertinnen oder als Rednerinnen viel weniger auf – vor allem in scheinbaren „Männer-Domänen“ wie Finanzen, Strategie, Controlling.  
 
·     Und noch eine dritte Aktivität fand ich spannend: die von „Always“ gestartete Kampagne “Like a girl“. Das ist zwar eine klar kommerziell ausgerichtete Kampagne, hat mir aber ins Bewusstsein gerufen, dass Aussprüche wie „Du wirfst wie ein Mädchen – Du läufst wie ein Mädchen u.ä.“ meistens mit einer subtilen Abwertung von männlichen Bezugspersonen wie Brüdern, Freunden, Vätern, Lehrern etc.  einher gehen. Hier fand ich das Video „Throw like a girl“  http://www.woman.at/a/likeagirl-kampagne-always-video als guten Anstoß über diese Sozialisationseinflüsse nachzudenken und diese Reflexion in die Coaching-Diskurse mit meinen weiblichen Klientinnen aufzunehmen.
 


 

Dienstag, 8. Juli 2014

Froh ist nur, wer geben mag. (Johann Wolfgang von Goethe)

"Froh ist nur, wer geben mag" - ganz in diesem Sinne, möchten wir Ihnen heute ein Projekt ans Herz legen, das wir ganz hervorragend finden und auch selbst unterstützen.

"Kinder von gestern - das Jugendzentrum für Senioren" ist ein Verein und eine besondere Begegnungsstätte, die der Sänger Abi Ofarim ins Leben gerufen hat. Zusammen mit Ernst Benner (Benner & Partner) setzt sich Abi Ofarim für die "Kinder von gestern" ein, die Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut und erfolgreich gemacht haben.

In fröhlicher Café-Atmosphäre erinnert im Jugendzentrum für Senioren in der Schleißheimer Straße 53 nichts an ein Altersheim. Im Gegenteil, hier begegnen sich Jung und Alt, um voneinander zu lernen.

Wir finden dieses Projekt ganz hervorragend und würden uns freuen, wenn außer uns noch viele andere den Satz "froh ist nur, wer geben mag" wörtlich nehmen. Informieren Sie sich doch online http://kvg-ev.de/ oder noch besser, schauen Sie einfach mal vorbei im Jugendzentrum für Senioren!

Ihr Strasser & Strasser - Team

Dienstag, 10. Juni 2014

Authentische Führung

„Führungskräfte dürfen heute insgesamt authentischer sein als früher“, so Moira Forbes in einem Interview mit Andrea Rexer für die Süddeutsche Zeitung. Wir gehen sogar noch weiter und sagen „Führungskräfte müssen heute insgesamt authentischer sein als früher!“

Um die eigene Authentizität in der Führungsarbeit auszubauen, ist es aus unserer Erfahrung sinnvoll, sich mit dem eigenen Potenzial auseinanderzusetzen. Arbeiten Sie an Wegen, die persönlichen Ressourcen noch besser in der Führungsarbeit einzusetzen. Das ist neben dem täglichen Arbeitspensum im normalen Arbeitsumfeld schwierig – wer möchte sich als Führungspersönlichkeit schon am Arbeitsplatz mit dem Körper, dem Geist und der eigenen Seele beschäftigen? Doch aus unserer Sicht ist genau das der richtigen Ansatzpunkt.

Mit dieser Meinung sind wir nicht allein. Der britische Philosoph Roger Steare beispielsweise berät sehr erfolgreich Führungskräfte und erklärt ihnen, wie sie zu guten Menschen werden und damit den Kulturwandel im Unternehmen anstoßen. Aus seiner Sicht funktioniert Wandel hin zu Authentizität und Vertrauenswürdigkeit, indem er den Führungskräften existenzielle Fragen stellt: „Wer sind wir?“ „Was macht uns zu guten Menschen?“ „Was ist der Daseinszweck unseres Unternehmens?“ „Wie treffen wir gute Entscheidungen?“
Die Führungskräfte arbeiten meist in Zehnergruppen, die Ergebnisse aus den Workshops werden dann kaskadenmäßig ins Unternehmen weiter getragen. (
Quelle)

Wir laden Sie ein, an drei Tagen im Oktober (13. – 15.10.2014) intensiv an Ihrer Führungspersönlichkeit sowie an eigenen Themen aus Beruf und Privatleben zu arbeiten (Lesen Sie mehr). Sie werden Zeit haben, Ihr Energiemanagement zu reflektieren. Sie werden aber auch Impulsvorträge hören, Expertenwissen von uns vermittelt bekommen und sich in einer inspirierenden Lerngruppe mit anderen engagierten und erfahrenen Führungskräften austauschen.
 
 
Authentizität gaben in einer Studie der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft in Überlingen und Bad Harzburg gaben über 60% der 267 Befragten als wichtigste Führungseigenschaft an. Damit liegt Authentizität sogar vor Belastbarkeit, Begeisterungsfähigkeit und Fachkompetenz.
Wir möchten Sie unterstützen, die damit wichtigste Führungseigenschaft  zu fördern.
Kommen Sie zusammen mit uns in das schöne Chiemgau und werden Sie wieder Sie selbst – auch und vor allem in Ihrer täglichen Führungsarbeit!


Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme unter v.neumayer@strasser-strasser.de.